Ich habe mich sehr lange und sehr intensiv mit dem inneren Kind beschäftigt, aus weltlicher (psychologischer) Sicht und aus spiritueller Sicht. Wohingegen das innere Kind aus weltlicher Sicht die Wunden aus der jüngst vergangenen Kinheit beheimatet und oft nur mit langwierigen Prozessen – wenn überhaupt- geheilt werden kann, ist es aus spiritueller Sicht möglich, nicht nur direkt mit dem Kind in Kontakt zu treten und zu sprechen, sondern mit ihm auch Erlebnisse vergangener Inkarnationen anzusehen und zu bewältigen, zu verstehen, wieso manche Muster in diesem Leben immer wieder vorkommen und mit ihm gemeinsam die Lernaufgarbe zu bewältigen, was direkt zu einer Heilung führt. Ist die Lernaufgabe verstanden, die Lektion gelernt und ins Leben integriert ist es logischerweise unnötig, weiter durch Schmerz darauf aufmerksam machen zu wollen, daß es an einer oder mehrerer Stellen noch der Heilung bedarf. Schmerz ist aus spiritueller Sicht kein Foltermittel, er ist vielmehr ein „Aufmerksam-machen-auf…“. Nun, ich gehöre zu jenen, die an dieser Stelle oft gesagt haben: „Ist es wirklich nötig, daß es SO weh tut. Ich lerne auch ohne Schmerz…“ Ja, es ist möglich gänzlich ohne Schmerz eine Lernaufgabe gestellt zu bekommen, die Lektion zu lernen und zu integrieren – das Problem ist hierbei, daß viele Menschen – ich auch – dazu neigen, etwas einfach zu ignorieren, das nicht weh tut. Ein Beispiel: Wenn jemand jeden Tag zwei Liter Cola trinkt und sich im großen und ganzen von Pommes ernährt, häufig raucht, vielleicht auch kifft und es der Person „gut“ geht, also keine Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Depressionen, Aggressionen, Angstzustände oder Panikattaken hat, ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Person ihre Ernährung und sonstige Lebensweise durchleuchten wird. Warum auch? Aber schlechte Ernährung, rauchen, trinken, Schmerzen aller Art sind Symbole für etwas, das tiefer liegt, für längst verdrängte Verletzungen, die allerdings dazu führen, sich heute auf eine bestimmte Art zu zeigen, auf Situationen zu reagieren. Wie oft hat man beispielweise den Satz gehört, dass jemand es X mal versucht hat, mit dem Rauchen (oder etwas anderem) aufzuhören. Einfach die Schachtel wegzuwerfen und es nicht mehr zu tun, ist nicht die Lösung des Problems, sondern das Leugnen des Symptoms. Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Die Lunge gilt als ein Organ, das stark auf Trauer reagiert. Es gälte also die Wunden der Trauer zu bewältigen, nicht nur über einen Todesfall, manchmal auch über Ungerechtigkeit, über das Gefühl nicht gut genug zu sein oder über eine vergange Liebe, eine schwere, oder nicht geschaffte Schullaufbahn, vielleicht ist man irgendwann von einem Elternteil, Freund, Geschwisterkind, Lehrer… furchtbar enttäuscht worden oder ähnliches. All diese Situationen aus der Kindheit und frühen Jugend stimulieren die Wunden des inneren Kindes (das ja Wunden aus vielen Inkarnationen mit sich herumträgt), bzw. treten mit ihnen in Kontakt, das innere Kind reagiert im physischen Erwachsenenalter mit Schmerz und los geht der Weg, der -wie schon mehrfach auf meiner Seite erwähnt- sehr individuell ist. Manche rennen jahrelang zum Therapeuten, manche legen sich einen harten Panzer zu, der sie auf andere kalt wirken lässt, manche gehen in die Ironie und machen den ganzen Tag Witze über sich und andere. Wer auch immer was tut, jeder Mensch hat immer einen Grund etwas zu tun oder zu lassen, oder zu sagen oder zu sein. Und so lange diese Gründe nicht erkannt und aufgelöst sind, wird man eben mit der Lernsituation XY konfrontiert. Nun leben wir in einer Zeit, in der wir uns erinnern, weil die Erde im Aufstieg begriffen ist. Das bedeutet, dass manche Wunden unbedingt jetzt geheilt werden wollen und das bedeutet, je mehr wie die Lernaufgabe ignorieren, desto deutlicher tritt sie auf den Plan. Das muß nicht immer eine körperliche Krankheit sein, oder eine schwere Depression. Das kann sich in Melancholie äußern, einer Art dauernd traurig und hoffnungslos zu sein, Arten von Orientierungslosigkeit, der Wunsch „hier weg zu wollen“, bis hin zu dem Gedanken nur glücklich sein zu können, wenn vorher noch 20 andere Dinge passiert sind und wenn diese eben nicht passieren, hat man wenigstens einen äußeren Grund, mit Gott und der Welt zu hadern. Es ist also möglich, glücklich zu sein, in Frieden mit sich und der Welt, auch die vollständige Heilung des inneren Kindes ist möglich. Der Prozeß hierzu beinhaltet den bewussten Kontakt zum inneren Kind, das erkennen der offenen Wunden, das Erkennen, wie sich diese Wunden im Alltag äußern und das verstehen der Lernaufgabe, die hinter all dem steht. Außerdem beinhaltet dieser Weg die vollkommene Vergebung – bei sich selbst und bei anderen. Auch auf diesem Weg kann ich unterstützend wirken, in Einzelseminaren und kleinen Gruppen bis zu 3 Personen gehen wir das Thema an.
Ich finde den Ansatz mit dem inneren Kind sehr interessant. Wie kann ich erkennen, was mit meinem inneren Kind nicht in Ordnung ist, wo sollte ich zuerst ansetzen?
Eine sehr schöne Frage, auch wenn es darauf keine eindeutige Antwort gibt.
Das innere Kind meldet sich aus seiner Verzweiflung heraus. Es schreit, weint, fühlt sich ungerecht behandelt, geemütigt, verstoßen, einsam, allein gelassen, überfordert, kann nur schwer,bzw gar keine Entscheidungen fällen und wenn hat es Angst, etwas falsch gemacht zu haben.
Alles Gefühle, die Du vielleicht gut kennst oder Dich mit einigen davon identifizierst?
Ist mit dem inneren Kind alles in Ordnung, ist es frei von Blockaden und völlig in Liebe gehüllt, so ist man frei von zweifeln, kann sich selbst lieben, auf andere vertrauensvoll zugehen, sehr leicht verzeihen, fühlt sich sicher und geborgen, kann für sich selbst sorgen. Man nimmt das Leben leicht, auch auf Ärger reagiert man unbeschwerter, leichter, lacht leichter und nimmt das ganze nicht sooo ernst. Das zeigt sich auf allen Gebieten des (erwachsenen) Lebens.
Ein beliebter Glaubenssatz ist : „Traue keinem außer Dir“. Die Erfahrung eines solchen Menschen zeigt die Verwundung des inneren Kindes, das erschütterte Urvertrauen in diesem Fall.
Es gibt andere Glaubenssätze, die andere Verwundungen zeigen.
In Deinem Fall wäre es wichtig, zu wissen, womit Du Dich identifizierst. Was fällt Dir schwer, kannst Du zum Beispiel nicht oder nur schwer mit Deinen Eltern reden und wenn, dann nur belanglos? Machst Du ihnen Vorwürfe?
Oder fängst Du in bestimmten Situationen immer wieder an, zu weinen, zu schreien oder bekommst Du Angst?
Vielleicht ist es bei Dir ganz anders. Ich bitte Dich aber, mir darauf nicht öffentlich zu antworten, sondern über lichtwege08@gmx.de
Deine Frage war sehr privat, ich glaube, daß viele sich mit dem inneren Kind beschäftigen, deshalb habe ich Deinen Komentar veröffentlicht. Die Arbeit mit dem inneren Kind sollte aber privat bleiben.
Die Lunge gilt als Organ der Trauer. Das betrifft mich:
wie kann ich nun diese Trauer bewätigen. Bin von
meinen Eltern so furchtbar enttäuscht worden.
Könnte ich von Euch Hilfe erhalten? Es geht um die
Wunden der Trauer.
Dankeschön
Hallo Lichtwege
Ist es auch möglich, dass man sein inneres Kind Schreien und Weinen hört?
Wenn ja was kann ich dagegen tun?
Denn mir selber als Erwachsene geht es damit ja auch nicht gut.
Liebe grüße
Maria
Liebe Maria,
vielen Dank für Deine Frage. Die Arbeit mit dem inneren Kind ist individuell und deshalb habe ich Dir persönlich per Mail geantwortet.
Weil die Arbeit mit dem inneren Kind für jeden neu entwickelt werden darf, weil eben niemand wie der andere ist, kann ich hier kein Patentrezept geben.
Ich kann aber jedem, der sich für die Arbeit interessiert und etwas tun möchte, anbieten, sich bei mir zu melden und eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
Mehr Informationen und die direkte Kontaktmöglichkeit zu Lichtwege als Unternehmen findet Ihr auf http://www.lichtwege-berlin.de
In Liebe, Eure Anke