Karma? … Karma!
April 23, 2008 von lichtwege
Ich habe heute einen Komentar bekommen, auf den ich hier mit einem Extra-Beitrag reagieren möchte.
Eine Leserin schrieb mir, daß ich in einem Beitrag schreibe, daß wir frei sind von Karma, in einem anderen aber schreibe, daß wir sehr wohl Karma haben. Was stimmt den nun?
Zunächst ist es vielleicht wichtig zu wissen, was eigentlich Karma ist.
Karma ist ein von uns selbst produziertes Ungleichgewicht im Universum. Haben wir in irgendeiner Inkarnation vergewaltigt, gemordet, unterdrückt, gefoltert, eingesperrt, waren ungerecht oder sind so behandelt worden, ist ein Ungleichgewicht entstanden.
Das bedeutet, daß wir jetzt, in einer Inkarnation, in der es um die Einheit geht, um das frei werden von Dualität immer wieder einen Ausgleich erfahren. Schenken wir zum Beispiel einem Bettler 2 Euro, erhalten wir auf einer anderen Ebene, zu einem anderen Zeitpunkt einen Ausgleich dafür, vielleicht hört uns jemand zu, oder jemand hilft uns beim Wohung putzen oder so etwas. Wir sehen oft nicht, daß es ein Ausgleich ist, bzw. stellen uns etwas anderes vor. Aber egal was wir uns vorstellen, erfahren wir in dieser Zeit die Freiheit von Dualität.
Und jetzt kommen wir in den Karma-Bereich. Es ist ein Irrglaube zu denken, daß wir in jeder Inkarnation immer nur lieb und gut waren, maximal das Opfer, aber nie Täter. Wir haben auch “Mist gebaut” und manchmal nicht zu knapp. Trotzdem werden wir NIE bestraft. Wir werden NIE gezwungen - zu gar nichts. Diese Erkenntnis dauert manchmal etwas, bis sie verdaut ist. Und hier kommen wir in die angebliche Widersprüchlichkeit.
Wir sind frei von Strafen aller Art. Da unsere Taten alle - “gute” wie auch “böse”- Illusionen sind (dazu komme ich in einem späteren Beitrag) gibt es logischerweise auch keine Sünden zu sühnen, wir haben gar keine begangen. Deshalb sind wir frei von Karma - weil auch Karma eine Illusion ist.
Wieso aber haben wir dann Karma abzubauen? Wieso stoßen wir wieder und wieder auf unsere angeblichen Sünden der angeblichen Vergangenheit? Wenn alles eine Illusion ist, könnte es doch auch Friede, Freude, Eierkuchen sein. Ja, in Wirklichkeit leben wir ja auch in Frieden und Freude. Wir sind also nicht gezwungen, Karma abzubauen. Wir haben uns freiwillig dazu gemeldet, das Ungleichgewicht zu beseitigen.
Noch einmal kurz zusammen gefaßt: Das Universum als solches besteht aus bedingungsloser Liebe. Nichts anderes ist innerhalb dieses Universums real. Denken, Sprechen oder Handeln wir gegen die bedingungslose Liebe, entsteht ein Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht ist eine Illusion, die wir erschaffen haben, um etwas zu erfahren. Wir wollen nichts lernen, wir wissen bereits alles, wir wollen erfahren, wie sich unser Wissen anfühlt. Wir wollen also aus der Illusion in die Wahrheit, wir wollen vom Ungleichgewicht in die bedinungslose Liebe finden. Das ist unser Weg und das ist unser Karma-Abbau.
Wir werden mit dem Ungleichgewicht der Vergangenheit konfrontiert, um sie zu überwinden. Wir sollen nicht bestraft werden, wir wollen die Situationen ansehen, fühlen, was geschehen ist und dann wollen wir vergeben und los lassen.
Es stimmt also beides. Wir sind frei von Zwang und Strafe, weil wir höchste, göttliche Wesen sind. Wir sind alle gut und frei von Sünde. Das ist die Wahrheit, der Rest ist Illusion.
Wir haben uns freiwillig bereit erklärt, die bedingungslose Liebe in unserem Universum wieder herzustellen.
Karma ist keine Strafe. Karma ist der Name der Illusion.
Ich will Euch noch eine kurze Geschichte von mir erzählen. Ich habe Übergewicht, schon mein Leben lang. Es gab keine Zeit in meinem Leben, in der ich jemals schlank war. Vor einiger Zeit nun habe ich erfahren, warum mein Körper in dieser Inkarnation so ist, wie er ist - ich stieß auf Karma längst vergangener Zeiten. Bis ich das verstanden habe, habe ich mich immer wieder mit Diäten gequält und oft gehadert und sehr oft fühlte ich mich bestraft - ungerecht bestraft. Seit ich aber genau weiß, womit das zusammen hängt, fühle ich mich in keinster Weise bestraft. Obwohl die Zusammenhänge nun auch schon längst vergeben und los gelassen sind, hat sich an meinem Körper nichts geändert. An mir ist aber alles anders. Der Druck ist weg, ich muß die “Strafe” nicht los werden oder abarbeiten oder wieder gut machen. Mein Körper ist keine Strafe, sondern meine Wohnung. Ich bin glücklich, weil ich aus mir heraus Glück empfinden kann, ich bin im Frieden, weil ich eben nicht bestraft wurde. Es ist alles gut und ich bin genauso richtig, wie ich bin.
Ich glaube fest, daß es jedem genauso geht, der den Zusammenhang zwischen Karma-Abbau und Liebe verstanden hat.
Ich hoffe sehr, daß jetzt diese vermeintliche Widersprüchlichkeit aufgelöst ist und ich danke der Leserin, daß sie mich darauf aufmerksam gemacht hat.
In Liebe, Anke
Liebe Anke!
Herzlichen Dank für Deine lange Ausführung und dass Du Dir Zeit dazu genommen hast!
Ich möchte folgende zwei Sätze von Dir aus diesem Beitrag aufgreifen:
“Wir haben uns freiwillig bereit erklärt, die bedingungslose Liebe in unserem Universum wieder herzustellen.
Karma ist keine Strafe. Karma ist der Name der Illusion.”
Braucht die bedingungslose Liebe wiederhergestellt zu werden? Das tönt ja so, als sei sie beschädigt. Liebe ist. Gestern, Heute, Morgen und braucht doch nicht wiederhergestellt zu werden. Du meinst damit sicher, das Leben, das Verkörpern von Liebe, das Handeln in Liebe. Dann, ja dann muss noch vieles wiederhergestellt werden.
Der zweite Satz gefällt mir gut: Karma ist der Name der Illusion. Was aber macht man am besten mit einer Illusion, wenn man sie schon als solche erkennt? Loslassen! Gehen lassen! Ich glaube, wir sind letztlich alle viel zu oft viel zu lieblos mit uns selbst. Wir sollten uns selbst verzeihen, dann ist schon ein grosser Schritt zur Liebe hin getan! Wenn ich mit mir selbst in Frieden bin, dann kann ich diesen Frieden auch nach aussen tragen.
Ich glaube, dann, wenn wir uns selbst vollkommen vergeben, sind wir frei von allem Karma!
Liebe Grüsse
Barbara
Ps: Ich liebe Deine Texte! Mach weiter so!
Liebe Barbara,
vielen Dank für Deine Komentare.
Hier möchte ich kurz antworten:
In der göttlichen Welt muß natürlich die bedingungslose Liebe nicht wieder hergestellt werden.
Die Frage, die ich zigmal mit der geistigen Welt besprochen habe ist die Frage, ob unsere Realiät nur aus bedingungsloser Liebe besteht.
Unsere Realität ist aus dieser Liebe heraus geschaffen worden, ja, es ist also ihre Grundsubstanz. Aber es kam zu einem Ungleichgewicht als wir der Frage nachgingen, ob wir sein könnten wie Gott.
Diese Frage hat bei uns viel Schuld aufgeworfen, viel Angst und Scham ist aus dieser an sich harmlosen Frage geworden. Da ist das Ungleichgewicht, das ist die “Vertreibung aus dem Paradies”. Wir sind nicht wirklich vertrieben worden, wir “aßen von der Frucht der Erkenntnis, um zu sein wie Gott erkennend gut und böse”.
Das haben wir erkannt - und uns schlecht gefühlt, uns böse gefühlt.
Da ist das Ungleichgewicht und da dürfen wir heute ran und die bedingungslose Liebe wieder herstellen. Die bedingungslose Liebe uns selbst gegenüber und unserem Nächsten gegenüber.
Ich werde das hier noch tiefer erläutern, in einem anderen Artikel, aber das Thema an sich sprengt hier den Rahmen.
Ich hoffe, ich konnte wenigstens ein bißchen klären. Vielen Dank!
Liebe Anke,
das was Du schreibst ist meiner Meinung und Erfahrung nach nur teilweise richtig,:
Im Gegensatz zum Schicksal, wo wir Ausgeliefert sind, haben wir beim Karma immer die Möglichkeit, unser Karma zu Verbessern und auch zu ändern. Karma ist das Universelle Gesetz von Ursache und Wirkung. Nach Buddhistischer Auffassung wird Karma folgendermassen Wirksam: Die Tat (Karma) erschafft unter gewissen Bedingungen, einen Samen, der wenn er Reif ist, in dem Verursacher aufgehen wird. Entweder noch in diesem Leben oder dann halt in einem nächsten Leben. Gutes oder schlechtes Karma hinterlässt im Geist des Verursacher eine unlöschbare Spur, die durch Raum und Zeit erhalten bleibt und im neuen Leben, ist dies Spur (Samen ) bereits wieder vorhanden. Wenn die Zeit und Bedingungen wieder richtig sind, wird der Samen aufgehen.
Wenn wir aber lernen mit diesen wechselnden Bedingungen umzugehen und wir uns Bewusst werden, dass wir selber unser eigenes Universum schaffen mit unseren eigenen Gedanken dann lernen wir unser Zukünftiges Karma heute schon zu gestalten. Das was ich in meinen früheren Leben, nicht erledigt habe ist heute meine Lebensaufgabe. So wie in der Schule, wir gehen von einer Klasse zu nächsten und wenn unsere Noten ungenügend sind, dann wiederholen wir das ganze noch einmal. Inkarnation kann man am besten so erklären, wenn wir mehrere Kerzen haben, dann zünden wir die erst Kerze an. Wenn diese Kerze runter gebrannt ist, zünden wir mit der gleichen Flamme die nächste Kerze an und wieder die nächste und so weiter. Es ist immer eine andere Kerze aber immer die gleiche Flamme. So ähnlich funktioniert es wenn wir, wieder in ein neues Leben inkarnieren. Aber ob ich dann jedes Mal der gleiche bin? Das ist vermutlich etwa so, wie im Leben. Die Person mit fünf Jahren und die mit siebzig Jahren, sind genau die gleichen und Paradoxer weise doch nicht.
Wir verändern uns eben auch von Leben zu Leben.
Ich hoffe ich habe Dich nicht überfordert, mit meinen Ausführungen, wenn Du noch mehr wissen willst , alle auf meinem Blog.
Liebe Grüsse zentao
Eine ausführliche Stellungnahme von mir gibt es auf einer Extra-Seite “Karma?Karma!”
Vielen Dank für Deine Ausführungen, zentao.
In Liebe, Anke